Sie hat so ziemlich jede Rolle gespielt, die im plattdeutschen Theater vorstellbar ist: Heidrun Eilers war die Flotte, aber auch mal die doofe Magd, sie war die reiche Dame und arme Pennerin. Auch als Patientin in Unterwäsche und Verführerin in Dessous ging sie auf die Bühne. Aber jetzt ist Schluss: Nach der letzten Aufführung der Speelköppel Ekern in dieser Saison verabschiedete sich Heidrun Eilers von der Bühne.

Vor 30 Jahren gehörte sie zu den Männern und Frauen in Ekern, die die Speelköppel neu gründeten, seitdem stand sie an 175 Abenden auf der Bühne. Als Spielleiterin übernahm sie Verantwortung, ebenso als Topustersche, wie die Souffleuse bei plattdeutschen Theatergruppen genannt wird. Und ohne sie, so bemerkte ihre Tochter Andrea Alberts, hätten viele junge Laienschauspieler und -schauspielerinnen das mit dem Plattdeutsch nicht so gut hinbekommen. Denn Heidrun Eilers spricht fließend Platt und sorgte immer wieder dafür, dass die Aussprache auch bei den jungen Leuten stimmte.

Von Karsten Alberts, Eilers’ Schwiegersohn und Vorsitzender der Speelköppel, gab es zum Abschied einen riesigen Blumenstrauß und vom Publikum der letzten Vorstellung in diesem Jahr einen Extra-Applaus.

Zum 30-jährigen Bestehen der Speelköppel hatte sich die Laientruppe aus Ekern einige Besonderheiten einfallen lassen – und das Publikum honorierte die Bemühungen. „Wir waren restlos ausverkauft“, freute sich Andrea Alberts über die gute Saison in der Querensteder Mühle.

Und der runde Geburtstag beflügelte offensichtlich auch die Schauspieler. „Sonst hatten wir eigentlich in jedem Jahr einen Abend, an dem eine Panne passierte“, so Alberts. „Das gab es in diesem Jahr überhaupt nicht.“